Die beste Yogamatte für Anfänger: meine Kaufberatung

Wenn du mit Yoga anfängst, entscheidet die Matte stärker über deinen Spaß als jede App oder jedes YouTube-Video. Eine schlechte Matte rutscht, drückt an den Knien, stinkt nach Chemie oder fühlt sich an wie eine Plastiktüte auf Parkett. Dann wird aus „ich zieh das jetzt durch“ schnell „Yoga ist nichts für mich“. Stimmt nicht – du hattest nur das falsche Werkzeug.

Die gute Nachricht: Du brauchst als Anfänger keine High-End-Profi-Matte. Du brauchst eine, die stabil, rutschfest, angenehm und pflegeleicht ist. Und du solltest verstehen, warum manche Matten für Einsteiger besser funktionieren als andere.

Was Anfänger wirklich brauchen (und was nicht)

Als Einsteiger fehlt dir noch Routine: Balance, saubere Ausrichtung, Körperspannung. Genau deshalb sind zwei Dinge wichtiger als alles andere: Grip (damit du nicht wegrutschst) und Dämpfung (damit Knie, Handgelenke und Rücken nicht meckern).

Viele Anfänger kaufen eine ultradünne Matte, weil sie „pro“ aussieht. Das Ergebnis: harte Druckpunkte, wackelige Balance und null Komfort. Umgekehrt sind superdicke Matten zwar weich, aber oft instabil – du stehst dann wie auf einem weichen Kissen, was bei Balance-Posen eher schlechter ist.

Die Realität ist simpel: Für den Start ist „solide und angenehm“ besser als „maximal technisch“.

Die wichtigste Entscheidung: Dicke und Dämpfung

Yogamatte Mann

Die Dicke wird in Millimetern angegeben und ist für Anfänger der schnellste Hebel.

6 mm sind für die meisten Einsteiger ideal: genug Dämpfung, ohne schwammig zu werden. Wenn du normalgewichtig bist und auf einem halbwegs freundlichen Boden übst (Holz, Laminat, Fitnessboden), liegst du damit fast immer richtig.

8 mm ergeben Sinn, wenn du empfindliche Knie hast, auf hartem Untergrund trainierst (Fliesen, Beton) oder dein Körper Druckpunkte schnell übel nimmt. Der Komfort ist spürbar höher, aber Balance-Übungen können minimal wackeliger werden. Wenn du dich ohnehin unsicher fühlst, ist 6 mm oft der bessere Kompromiss – und du ergänzt bei Bedarf ein Kniepad.

Unter 5 mm würde ich Anfängern nur empfehlen, wenn du bereits sportlich bist, wenig Dämpfung brauchst und vor allem Stabilität willst. Für die meisten ist das zu hart. Über 10 mm wird’s bei Yoga häufig zu instabil – solche Matten sind eher Gymnastik- oder Fitnessmatten.

Grip: Warum du rutschst – und worauf du achten musst

Rutschige Matten sind der häufigste Abbruchgrund, weil du plötzlich gegen die Matte kämpfst, statt Yoga zu machen. Dabei ist nicht nur das Material wichtig, sondern auch die Oberfläche.

Eine Matte fühlt sich dann griffig an, wenn sie entweder eine strukturierte Oberfläche hat oder das Material selbst „haftet“. Glatte Billigmatten aus PVC oder minderwertigem Schaum werden auf glattem Boden schnell zur Rutschbahn, besonders wenn deine Hände warm werden oder du leicht schwitzt.

Für Anfänger gilt: Such dir eine Matte, die bereits beim ersten Anfassen nicht glatt wirkt. Kleine Struktur, leicht angeraute Oberfläche, guter Kontakt zur Haut. Du willst das Gefühl: „Meine Hände bleiben da, wo ich sie hinsetze.“

Ein praktischer Tipp: Wenn du zu schwitzigen Händen neigst oder dynamisches Yoga machst, nimm entweder eine Matte mit sehr gutem Grip oder ergänze ein Yogahandtuch. Das ist kein Luxus, sondern oft die beste Lösung, weil viele Matten bei Feuchtigkeit anders reagieren.

Material: TPE, Naturkautschuk, PVC – was für Anfänger sinnvoll ist

Yogamatte aussuchen

Beim Material wird viel Marketing gemacht. Für dich zählt: Geruch, Grip, Haltbarkeit, Hautgefühl und Pflege.

TPE ist für Anfänger häufig der beste Einstieg. Es ist leicht, relativ geruchsarm, angenehm weich und bietet meist ordentlichen Grip – vor allem bei Matten mit guter Struktur. TPE ist außerdem praktisch, wenn du die Matte tragen willst, weil sie nicht so schwer ist. Der Haken: Sehr billige TPE-Matten können schneller verschleißen. Wenn du regelmäßig übst, achte auf solide Verarbeitung.

Naturkautschuk ist die Grip-Königsklasse. Wenn du viel rutschst oder schnell ins dynamische Yoga gehst, ist das stark. Viele Naturkautschuk-Matten liegen satt auf dem Boden und fühlen sich „studio-ready“ an. Dafür sind sie vorwiegend schwerer, teurer und nicht jeder mag den anfänglichen Eigengeruch. Zudem: Wenn du eine Latex-Allergie hast, ist Naturkautschuk keine gute Idee.

PVC würde ich als Anfänger nur nehmen, wenn du ganz genau weißt, was du kaufst – und warum. PVC-Matten sind oft günstig, aber sie können stark riechen, sich glatt anfühlen und sind aus Nachhaltigkeitssicht die schwächste Option. Dazu kommt: Manche PVC-Matten brauchen „Einlaufen“ (oder spezielle Reinigung), bis sie griffig werden. Als Einsteiger willst du nicht erst ein Pflegeprojekt starten, bevor du die erste Stunde machst.

Größe und Gewicht: Komfort schlägt Standardmaß

Viele Matten sind etwa 173 cm lang. Das reicht, wenn du kleiner bist und nicht sehr groß ausgreifst. Wenn du etwa 175 cm oder größer bist, lohnt sich eine längere Matte (180–185 cm). Du hast dann nicht ständig Füße oder Hände neben der Matte, was gerade am Anfang nervt und dich aus der Konzentration bringt.

Auch die Breite ist ein Thema: Standard sind oft 60–61 cm. Wenn du dich schnell eingeengt fühlst oder breiter stehst, sind breitere Matten komfortabler. Du brauchst nicht zwingend XXL, aber ein bisschen mehr Platz macht Yoga entspannter.

Beim Gewicht gilt: Zuhause ist es egal. Wenn du ins Studio läufst oder mit der Matte pendelst, sind leichtere TPE-Matten angenehm. Naturkautschuk ist oft schwerer – dafür liegt er stabil.

Oberfläche: Offenporig vs. geschlossenporig (ohne Nerd-Talk)

Für dich als Anfänger zählt vor allem Hygiene und Gefühl. Manche Matten nehmen Schweiß eher auf, andere bleiben eher „oben“ trocken, fühlen sich aber bei viel Schweiß rutschiger an. Wenn du in ruhigen Styles übst oder wenig schwitzt, ist das meist kein großes Thema. Wenn du schnell schwitzt: Entweder eine Matte wählen, die bei Feuchtigkeit griffig bleibt, oder ein Handtuch einplanen. Das ist die ehrlichste Lösung.

Preis: Wo du als Anfänger nicht sparen solltest

Eine Matte ist kein Statussymbol. Aber unterhalb einer gewissen Qualität wird es nervig. Als grobe Orientierung: Im Bereich 30 bis 70 Euro bekommst du meistens Matten, die für Anfänger wirklich funktionieren: ordentlicher Grip, bessere Haltbarkeit, weniger Gestank, angenehmere Oberfläche. Unter 30 Euro gibt es Ausnahmen, aber du kaufst häufiger zweimal.

Teure Matten über 80 Euro können genial sein – aber oft erst dann, wenn du weißt, welches Yoga du machst und was dich stört: mehr Grip, mehr Direktheit, anderes Hautgefühl. Als Anfänger ist das häufig Overkill.

Welche Yogamatte ist „die beste“ – je nach deinem Typ

Wenn du einfach starten willst und keine speziellen Baustellen hast, ist eine 6-mm-TPE-Matte mit strukturierter Oberfläche die sichere Wahl. Das ist die Matte, mit der die meisten Anfänger wirklich dranbleiben.

Wenn du empfindliche Knie hast oder auf sehr hartem Boden übst, ist eine 8-mm-Matte sinnvoll – oder 6 mm plus Kniepad, falls dir Balance wichtig ist.

Wenn du stark schwitzt oder direkt dynamisches Yoga machst, lohnt sich entweder Naturkautschuk (sehr griffig) oder die Kombi aus ordentlicher Matte plus Yogahandtuch.

Zwei Yogatipps, die dir sofort helfen (egal welche Matte du kaufst)

Yogamatte in der Natur

Atme in Positionen, in denen du rutschst, bewusst länger aus. Viele rutschen, weil sie unbewusst Druck nach vorne schieben, statt den Körper stabil zu setzen. Und: Drück beim herabschauenden Hund nicht „nach vorne“, sondern schieb den Boden aktiv weg und zieh die Hüfte nach hinten-oben. Das reduziert das Rutschen oft sofort.

Und noch ein wichtiger Punkt: Eine neue Matte kann anfangs minimal glatter sein. Einmal mit lauwarmem Wasser und einem milden Reinigungsmittel abwischen und vollständig trocknen lassen – das verbessert bei vielen Modellen den Grip.

So triffst du die richtige Entscheidung in 60 Sekunden

Wenn du eine Matte suchst, die dich als Anfänger nicht nervt, entscheide so:

  • Nimm 6 mm, wenn du stabil starten wills
  • Nimm 8 mm, wenn deine Knie empfindlich sind oder der Boden hart ist
  • Achte auf Rutschfestigkeit und eine strukturierte Oberfläche
  • Wähle TPE für unkomplizierten Einstieg oder Naturkautschuk, wenn du maximalen Grip willst (und keine Latexprobleme hast)

Und kauf lieber einmal vernünftig als zweimal billig.

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