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Wer Yoga regelmäßig praktiziert und dabei Knieprobleme hat, merkt schnell, dass nicht jede Yogamatte dafür geeignet ist. Schmerzen im Knie entstehen beim Yoga selten durch falsche Dehnung, sondern fast immer durch Druck von unten. Besonders in knienden Positionen wie dem Vierfüßlerstand, im Low Lunge oder in länger gehaltenen Yin-Haltungen wird das Knie direkt belastet. Ob sich das angenehm oder schmerzhaft anfühlt, hängt maßgeblich von der Matte ab.
Viele greifen intuitiv zu einer möglichst dicken Yogamatte. Das klingt zwar logisch, ist aber nur die halbe Wahrheit. Entscheidend ist nicht allein die Dicke, sondern auch, wie gut die Matte den Druck verteilt und gleichzeitig stabil bleibt. Eine Matte, die zwar weich ist, bei der das Knie aber bis auf den Boden durchdrückt, ist auf lange Sicht keine Lösung. Genauso problematisch sind harte, dünne Matten, die jede Bodenunebenheit ungefiltert weitergeben.
Für empfindliche Knie hat sich in der Praxis eine Dicke im mittleren Bereich bewährt. Matten mit einer Dicke von etwa sechs bis acht Millimetern bieten in den meisten Fällen genau den richtigen Kompromiss. Sie dämpfen ausreichend, ohne das Gleichgewicht zu beeinträchtigen. Besonders bei dynamischen Stilen wie Hatha oder sanftem Vinyasa bleibt man damit stabil, während ruhige Stile wie Yin Yoga von der zusätzlichen Polsterung profitieren. Sehr dicke Matten können zwar weich wirken, führen aber oft dazu, dass man in Balancepositionen unsauber steht und unbewusst Druck auf die Knie verlagert.
Hochwertige Yogamatten für eine optimale Druckverteilung
Neben der Dicke ist auch das Material von zentraler Bedeutung. Nicht jedes Material dämpft gleich gut. Hochwertige TPE-Matten oder Naturkautschuk mit hoher Dichte verteilen das Gewicht beispielsweise deutlich gleichmäßiger als einfache PVC-Matten. Gerade bei Knieproblemen ist diese Druckverteilung entscheidend. Das Knie sollte nicht punktuell belastet werden, sondern flächig aufliegen. Ein einfacher Test für zu Hause: Wenn du dein Knie auf die Matte setzt und nach wenigen Sekunden einen stechenden Druck spürst, ist die Dämpfung nicht ausreichend – unabhängig davon, wie weich sich die Matte mit der Hand anfühlt.

Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird, ist die Rutschfestigkeit. Das klingt erst einmal nebensächlich, ist für empfindliche Knie aber extrem wichtig. Wenn die Matte bei Gewichtsverlagerungen nachgibt oder rutscht, gleicht der Körper das automatisch aus. Diese Ausgleichsbewegungen belasten häufig das Knie. Eine rutschfeste Oberfläche sorgt dafür, dass du stabil bleibst und dein Gewicht gleichmäßig verteilst. Das entlastet die Gelenke spürbar, besonders bei den Übergängen zwischen den Positionen.
Auch die Größe der Yogamatte beeinflusst, wie kniefreundlich deine Praxis ist. Wer größer ist oder häufig Ausfallschritte übt, braucht ausreichend Platz, um das Knie sauber und ohne Verdrehung abzusetzen. Zu kurze oder schmale Matten führen oft dazu, dass das Knie halb auf dem Boden landet oder schief aufgesetzt wird. Das ist nicht immer sofort spürbar, rächt sich aber mit der Zeit. Eine etwas längere und breitere Matte bietet hier überraschend viel Komfort.
Welche Yoga-Stile profitieren besonders von knie schonenden Matten?
Yin Yoga: lange Haltezeiten → hohe Druckentlastung nötig
Hatha Yoga: viele kniende Positionen
Reha- & sanftes Yoga: Fokus auf Gelenkschutz
Schwangerschaftsyoga: zusätzliche Entlastung sinnvoll
Meine Empfehlung als Yogamatten-Experte
Wenn du empfindliche Knie hast, suche gezielt nach einer Matte mit:
6–8 mm Dicke
echter Dämpfung (TPE oder hochwertiger Kautschuk)
rutschfester Oberfläche
ausreichender Größe
spürbarer Rückfederung
Und ganz wichtig: Hör auf deine Knie. Die beste Yogamatte ist die, bei der du dich sicher, stabil und schmerzfrei bewegen kannst – nicht die, die am härtesten oder teuersten ist.
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